Wer sich an einem sonnigen Sonntag schon mal mit seiner DSLR-Kamera in den nahegelegenen Wald begeben hat und  tolle Fotos machen wollte, der weiß, dass dies nicht ganz einfach ist. Warum nicht und wie Sie mit unseren Tipps zu besseren Ergebnissen kommen, erfahren Sie hier.

Vorab – es muss nicht zwingend sonnig sein. Fantastische Fotos können Sie auch bei Nebel oder sogar Regen machen. In unserem Fall gehen wir allerdings von einem sonnigen Tag aus. Das Gute am Wald ist, dass er ausreichend Schatten spendet und die Aufnahmen – mit einem Manko – auch nach dem Mittagessen gelingen. Wobei sich die besten Gelegenheiten am frühen Morgen oder zum Abend hin bieten. Die sogenannte »blaue Stunde« ist zwar bei tollen Lichtern in der Stadt immer reizvoll, aber im Wald macht es ebenfalls Spaß.

Das benötigen Sie

Schwierigkeiten im Wald

Bevor wir zu den Problematiken kommen, möchten wir Ihnen nahelegen, tief in den Wald hinein zu gehen. Es gibt nichts interessanteres, als Plätze, die man in Ihrem Wald so noch nicht gesehen hat. Die dicke Eiche am Wegesrand zu Beginn, kennen Sie und Ihr Nachbar ebenfalls.

Jetzt sind Sie ein gutes Stück reingelaufen, machen die ersten Aufnahmen und fragen sich, warum Sie sich überhaupt die Mühe gemacht haben. Irgendwie gibt es nichts spannendes und die Belichtung ist ebenfalls völliger Murks.

Wichtig: Schalten Sie auf den manuellen Modus.

Problem 1: Komposition

Für viele ist es schwierig, eine interessante Komposition aufzubauen. Was fotografiere ich, in welchem Ausschnitt und aus welchem Winkel heraus? Lege ich mich hin oder stelle ich mich irgendwo drauf?

Das sind Fragen, auf die es so einfach keine Antworten gibt.

Entscheidend sind hierbei 2 Dinge:

  • befassen Sie sich weiter mit dem Thema und
  • probieren, probieren, probieren

Wie bei allen Themen und Dingen, für die wir uns interessieren: Die ersten Ergebnisse sind für den Papierkorb. Mit der Zeit entwickeln Sie ein Auge für spannende Kompositionen.

1. Tipp: Der Weg

Um in die Tiefe des Waldes zu gelangen, müssen Sie nicht zwingend Querfeldein. Noch während Ihres Ganges in den Wald, könnte es sein, dass Sie einem verwegenen Weg folgen. Beobachten Sie diesen Weg genau. Gibt es möglicherweise einen steilen Abhang? Nehmen Sie Ihre Kamera und führen Sie sich und letztlich den Betrachter diesen Weg entlang. Nehmen Sie den Weg nach der Regel des »goldenen Schnitts« auf. Lassen Sie den Weg unten am Bildrand beginnen und noch im Bild verschwinden.

2. Tipp: Die Monotonie

Es kann passieren, dass Sie vom Weg ab sind, sich inspirieren lassen wollten und in einer absoluten Monotonie gelandet sind. Bingo, kann man da nur sagen. Legen Sie sich auf Ihre Decke und machen Sie Aufnahmen von exakt dieser Monotonie. Verändern Sie hierbei durchaus Ihre Lage und nehmen Sie den Sonnenlichteinfall aus unterschiedlichen Richtungen mit auf Ihr Bild.

Ergänzend können Sie die Kamera auf dem Tripod befestigen, mit dem Selbstauslöser programmieren und sich in unterschiedlichen Posen aufnehmen. Sie könnten knapp vor der Kamera liegen, an einen Baum gelehnt posen oder sich was verrücktes einfallen lassen.

3. Tipp: Das Licht

Wir legen den Fokus komplett auf die Sonne. Vor allem im dichten Wald, gibt es Stellen, in welchen das Sonnenlicht imposant in den Wald einfällt. Dies klappt zu den Mittagsstunden allerdings nur bedingt, da die Sonne im Zenit steht. Hier bietet sich die frühe Abendstunde an.

Problem 2: Unter- und Überbelichtung

Im Wald erwarten Sie, vor allem bei großen Anteilen eines grellen Himmels, sehr stark unterschiedlich ausgeleuchtete Bildbereiche. Je nach Einstellung Ihrer Kamera, dürften Sie hier schnell merken, dass die Kamera nicht exakt bemessen kann, wie Sie nun das Bild haben möchten. Auch aus diesem Grund sollten Sie im manuellen Modus aufnehmen.

4. Tipp: Eher dunkel als hell

Die goldene Regel sollte sein: eher unterbelichten, als überbelichten. Sie können über Adobe´s Lightroom oder Photoshop im Nachgang immer eher Kontrastwerte reduzieren, als hinzugewinnen. Dennoch gilt: Was Sie bei der Belichtungskorrektur reduzieren oder erhöhen, das machen Sie für das Bild in Gänze. Somit sollten Sie darauf achten, dass Sie in Ihrer Komposition solchen Schwierigkeiten im Vorfeld aus dem Weg gehen.

5. Tipp: Uhr- und Jahreszeit entscheidend

Eingangs sprachen wir davon, dass Sie Ihre Fotos auch nach dem Mittagessen im Wald aufnehmen können. Wir ergänzten, dass es hierbei ein Manko gibt. Sie können Ihre Fotos problemlos am Mittag machen. Abhängig ist dies allerdings von der Jahreszeit. Halten Sie sich im Sommer beispielsweise im dicht belaubten Wald auf, fällt mittags relativ wenig Licht ein. Sie sind somit uneingeschränkter in Ihrer Motivwahl. Im Spätherbst allerdings dürfte es zu Schwierigkeiten kommen. Das Licht fällt hier stark in den Wald ein und einer Unter- bzw. Überbelichtung können Sie kaum aus dem Weg gehen.

Viel Erfolg beim fotografieren im Wald.